Info-Veranstaltung vom 26. Mai 2016

Ein Zusammenschluss mit Herausforderungen

Am Donnerstag, 26. Mai begrüssten Barbara Hew-Clerici, Kirchenpflegepräsidentin Horgen, und Paul Stämpfli, Kirchenpflegepräsident Hirzel, 60 Gäste zur Infoveranstaltung im Kirchgemeindehaus Horgen.

Ziel der Veranstaltung war es, über den Stand des per 1.1.2018 angestrebten Zusammenschlusses der Kirchgemeinden Horgen und Hirzel zur erweiterten Kirchgemeinde Horgen zu informieren. Die Kirchgemeinde Hirzel ist sich seit längerem bewusst, dass sie alleine nicht überleben kann. Deshalb haben sie im 2015 bei den Horgnern angeklopft, um mit ihnen die Möglichkeiten eines Zusammenschlusses auszuloten. Die Gespräche verliefen positiv und konstruktiv, so dass jetzt ein Zusammenschlussvertrag ausgearbeitet werden kann. Dafür gebührt den 36 Personen, die im Projekt mitgearbeitet und an rund 100 Sitzungen teilgenommen haben, Dank und Anerkennung – ebenso den Freiwilligen, die den Prozess begleitet haben. Alles in allem kamen bis heute rund 7'200 Arbeitsstunden zusammen.

Ganz neu ist das Vorhaben ja nicht, waren doch die Kirchgemeinden Horgen und Hirzel bereits vor 300 Jahren eine Kirchgemeinde. Jetzt wollen sie sich erneut zusammenschliessen zur Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Horgen. Dabei bleiben die beiden Kirchen erhalten, allerdings mit etwas erweiterten Nutzungsmöglichkeiten: Nebst den angestammten Gottesdiensten, Taufen, Hochzeiten und Abdankungen sollen sie auch für Veranstaltungen offen sein, die der Förderung der Gemeinschaft und des Engagements ihrer Mitglieder dienen. Vereine, die sich der Pflege von Kultur verschrieben haben, sollen die Kirche ebenso nutzen können. Auch in der Bildung wird es gemeinsame Wirkungskreise geben. Schliesslich ist auch gut zu wissen, dass die Kirchensteuer nicht erhöht wird – für die Kirchgemeinde Hirzel resultiert gar eine Reduktion von 1%.

Der Gastreferent, Pfarrer Walter Lüssi, Kirchenratsschreiber des Kantons Zürich, begrüsste in seinen Ausführungen den geplanten, freiwilligen Zusammenschluss, geschehe er doch aus einer Position der Stärke heraus. Er verwies darauf, dass die reformierten Kirchgemeinden seit 50 Jahren jährlich Mitglieder verlieren. Höchste Zeit, die reformierte Kirchenlandschaft zu erneuern und Vorkehrungen zu treffen, die diesem Trend entgegenwirken. Es gilt die Frage zu beantworten, was das Beste für die reformierte Kirche als Ganzes ist. Sicher wird sie vom Engagement ihrer Mitglieder leben, vom Miteinander und der Solidarität; sie soll nahe, vielfältig und profiliert auftreten und agieren. Wie das erreicht werden kann, wird in den nächsten Jahren zu erarbeiten sein.

Die Fragen der Anwesenden waren spontan und konkret. So zum Beispiel: Wann finden die Gottesdienste am Sonntag statt? Wie genau läuft es mit dem kirchlichen Unterricht? Gibt es eine ökumenische Zusammenarbeit? Was passiert mit dem Basar? Diese und andere Fragen gilt es bis zur nächsten Informationsveranstaltung am 6. Oktober 2016 zu klären, damit am 4. Dezember 2016 über den Zusammenschluss abgestimmt werden kann.

Beim anschliessenden Apéro diskutierten die Anwesenden wie die neue Organisationsform ausgestaltet und wie Nähe und Vielfalt tatsächlich gelebt und belebt werden könnten.

Doris Imfeld, Innovage

Präsentation anlässlich der Info-Veranstaltung vom 26. Mai 2016

«Es müsste etwas Ausserordentliches geschehen, damit die Fusion nicht kommt»
Zürichsee-Zeitung, Samstag, 28. Mai 2016

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