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ÖRK-Vollversammlung – Wir waren dabei!

«Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt»

Unter diesem Motto stand die 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Karlsruhe. Neun Tage lang (31.8.-8.9.22) haben 660 Delegierte aus 120 Ländern gebetet, diskutiert und gestritten. Unter den rund 3’000 weiteren Teilnehmenden war auch eine 12-köpfige Gruppe aus unseren H2OT-Gemeinden. Beschenkt und erfüllt von den vielfältigen Begegnungen mit Menschen aus anderen Ländern und Kontexten kehrten wir wieder heim. Besonders eindrücklich waren die Morgengebete, in denen die weit auseinanderliegenden theologischen Positionen der einzelnen Kirche keine Rolle mehr spielten: Es wurde beispielsweise mit afrikanischen Rhythmen, altsyrischen Hymnen, taiwanesischem Pop und einem deutschsprachigen Segen gefeiert. Spannend war es, den Plenumsversammlungen am Nachmittag beizuwohnen. Dort ging es ans «Eingemachte»: Die Delegierten aus rund 350 protestantischen, orthodoxen und anglikanischen Kirchen rangen um die Formulierungen ihrer Abschlussdokumente. Neben der Verurteilung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, dem Aufruf zu einem gerechten Frieden im Nahen Osten, der Ächtung von Nuklearwaffen und einer Verurteilung jeglicher Form von Diskriminierung und Rassismus standen vor allem die Folgen des Klimawandels im Mittelpunkt. Die 11. ÖRK-Vollversammlung beschliesst folgendes: «Sie weist die Polarisierung und Trennung der menschlichen Gemeinschaft zurück und beteuert die Verpflichtung, als ökumenische Gemeinschaft zusammenzuhalten und die Bedrohungen und Herausforderungen für den Frieden, die Gerechtigkeit, die menschliche Sicherheit und die Nachhaltigkeit der Umwelt durch Dialog, Begegnung, gegenseitiges Einverständnis und Zusammenarbeit, anstatt durch Ausgrenzung und Konfrontation anzugehen.» Die Abschlusspapiere sind keineswegs Lippenbekenntnisse, sondern nehmen jede einzelne Mitgliedskirche, auch unsere, in die Pflicht mit klaren Forderungen und Handlungsanweisungen. Auch unsere drei H2OT-Kirchgemeinden sind Teil des ÖRK. Lasst unsere Kirchen zu einem safe space werden, indem Begegnung und Dialog möglich sind.

So möge Gott uns mit Unbehagen bei einfachen Antworten und Halbwahrheiten segnen – mit Wut über Ungerechtigkeit, Rassismus, Unterdrückung und Ausbeutung von Menschen segnen – mit Tränen segnen, um sie für diejenigen zu vergiessen, die unter Schmerz, Ablehnung, Hunger und Krieg leiden.

Und möge Gott uns mit genug Dummheit segnen, zu glauben, dass wir in dieser Welt etwas bewirken können, damit wir das tun können, was andere für unmöglich halten: sich für Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden einzusetzen. Pfarrer Torsten Stelter

World Council of Churches

Bericht SWR Aktuell

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