Ökumenischer Gottesdienst zur Ökumenischen Kampagne

«Gemeinsam für eine Landwirtschaft, die unsere Zukunft sichert»

Sonntag, 15. März 2020, 10.00–11.00 Uhr

Ort: Kirche Horgen

Eine Veranstaltung der ACKH (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Horgen) mit anschliessendem Suppenzmittag im Kirchgemeindehaus.

Säen, was wir ernten möchten

Aus Saatgut wächst der Weizen für unser Brot, keimt unser Gemüse und auch der Apfelbaum, von dem unsere Äpfel kommen, erwächst einem einzigen Samen. Pflanzensamen stellen die Grundlage fast allen Lebens dar. Deshalb steht das Saatgut im Zentrum der Ökumenischen Kampagne 2020 von Brot für Alle und Fastenopfer:

«Gemeinsam für eine Landwirtschaft, die unsere Zukunft sichert»

Über 70 Prozent der Nahrungsmittel werden weltweit von kleinbäuerlichen Betrieben produziert und nicht von der Agrarindustrie. Kleinbauern und Kleinbäuerinnen ernähren also die Mehrheit der Weltbevölkerung. Seit Jahrtausenden züchten Bäuerinnen und Bauern Samen mit spezifischen Eigenschaften, bewahren, tauschen und entwickeln sie weiter. Diese sind resistenter gegen Schädlinge, Trockenheit oder salzhaltige Böden als industriell und gentechnisch produziertes Saatgut. Die Herstellung von Saatgut ist ein wichtiges Element der Selbstbestimmung und eng verwoben mit traditionellem Wissen und Spiritualität. Lokales und vielfältiges Saatgut ist die Grundlage für eine nachhaltige Landwirtschaft und für eine gesunde Ernährung im Zeitalter des Klimawandels. Es fördert die Biodiversität und passt sich extremen Wetterverhältnissen an und kann eine wichtige Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels sein.

Das Saatgut ist bedroht

Die Agrarindustrie orientiert sich an der grossflächigen Landwirtschaft und setzt auf einige wenige Sorten mit grösster Rendite. Deshalb drängen grosse Saatgutkonzerne mit Hochleistungssaatgut und Herbizid- und Pestizidpaketen auf alle Märkte der Welt: Als Monokulturen angebaut, ist ihr Saatgut anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Sie sind inzwischen so mächtig, dass sie die Landwirtschafts-, Handelspolitiken und Gesetzgebungen beeinflussen, damit nur ihr Hochleistungssaatgut geschützt wird und gentechnisch veränderte Samen und Pflanzen zugelassen werden. In fast allen Ländern entstehen so Gesetze, welche das Recht der Bauern und Bäuerinnen, Saatgut zu produzieren, zu tauschen und zu verkaufen, drastisch einschränken. So werden Bäuerinnen und Bauern zunehmend von wenigen Saatgutlieferanten und -lieferantinnen abhängig und verschulden sich, die Artenvielfalt nimmt drastisch ab. Sie verlieren ihre Möglichkeit, zu bestimmen, was sie anbauen und essen möchten. Diese Einschränkungen trifft auch die Bauern und Bäuerinnen in der Schweiz: Sie arbeiten oft unter schweren Bedingungen. Täglich verschwinden hierzulande zwei bis drei Bauernhöfe. Gleichzeitig ist es für junge Leute, die nicht aus Bauernfamilien stammen, nahezu unmöglich, an Agrarland zu kommen. 2018 haben die UNO-Mitgliedsstaaten die Bauernrechtsdeklaration angenommen. Sie sieht unter anderem den Schutz des bäuerlichen Saatguts vor. Auch die Schweizer Regierung hat für die Deklaration gestimmt. Diese Rechte sind für die Bauernfamilien weltweit von zentraler Bedeutung, damit wir säen, was wir ernten möchten.

200121_Programm_tli.pdf (PDF-Datei, 0.2 MB)

Torsten Stelter


044 727 47 20

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