Nachgefragt bei der Kirchgemeindeverwalterin

September 2016 / Interview: Doris Imfeld, Innovage

18 Monate nach Projektstart wird am 4. Dezember 2016 über den Zusammenschluss der beiden Kirchgemeinden abgestimmt. Am 6. Oktober 2016 ist die Bevölkerung zur zweiten Infoveranstaltung eingeladen. In den vergangenen Monaten wurde von der Projektgruppe viel geleistet, sie hat weitreichende Impulse gegeben.

Petra Gassmann, du bist als Kirchgemeindeverwalterin an der Nahtstelle zwischen Strategie und operativer Umsetzung tätig. Von deiner operativen Position aus hast du die Strategiediskussion hautnah mitverfolgt. Hättest du einen Wunsch offen im Hinblick auf die Tätigkeit der zusammengeschlossenen Kirchgemeinden, wie würde er lauten?
Hätte ich einen Wunsch frei, so würde ich mir wünschen, dass die Hirzler und Horgner voller Optimismus und Zuversicht den gemeinsamen Weg beschreiten, einander mit einem Lachen begegnen und Momente der Toleranz und des Respekts aktiv leben.

Hast du eine Vorstellung, was sich nach dem Zusammenschluss wie verändert, verändern sollte?
Teams von Mitarbeitenden, Pfarrpersonen, interessierten Kirchgemeindegliedern, und Behördenmitgliedern haben sich bezüglich der Zukunft in zahlreichen intensiven Sitzungen Gedanken gemacht und viele Ideen zusammengetragen. Verändern wird sich vor allem die Grösse der Kirchgemeinde, und es bietet sich die Möglichkeit, entweder auf dem Berg oder im Dorf die kirchlichen Angebote zu nutzen. Ich glaube ganz fest daran, dass das ohnehin schon sehr reiche Kirchenleben in beiden Gemeinden durch den Zusammenschluss noch zusätzlich eine Aufwertung erfahren wird. Natürlich gibt es Änderungen bezüglich des Auftrages von Behörde und Verwaltung, da man künftig ja als eine Kirchgemeinde wirken wird.

Wie erleben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirchgemeinden Horgen und Hirzel diese Projektphase; bekamst du wertvolle Denkanstösse von ihnen?
Ich erlebe unser Team so, dass wir allesamt mit Herzblut am Werk sind. Der Zusammenschluss Horgen-Hirzel betrifft alle gleichermassen. Es bieten sich immer wieder wertvolle Momente für den Austausch untereinander. Im monatlich stattfindenden Mitarbeiterkonvent werden ebenfalls die Chancen genutzt, sich aktiv einzubringen. Alles in allem ist die aktuelle Projektphase, wie auch die vorhergehende, für alle Beteiligten eine sehr arbeitsintensive Zeit. Nach meiner Wahrnehmung sind die Mitarbeitenden positiv gestimmt und sehen dem Zusammenschluss optimistisch entgegen.

Schliesslich zu dir. Was macht Petra Gassmann, wenn sie nicht gerade arbeitet? Am 5. September 2016 war der internationale Tag der Wohltätigkeit. Was hat dieser Tag bei dir ausgelöst?
Ich arbeite im Moment mit einem Pensum von 100%. Neben meinen Aufgaben als Kirchgemeindeverwalterin und Mutter von zwei Teenagern bleibt nicht wahnsinnig viel Freizeit. Ich liebe aber meine Arbeit und sehe es deshalb als Bereicherung, die Kirchgemeinde in einer so dynamischen Phase mitprägen zu dürfen. Nebst dem ist es mir aber dennoch wichtig, dass ich immer wieder Zeit für eine schöne Wanderung mit meinem Mann finde oder bei einem feinen Essen mit Familie und Freunden die Seele baumeln lassen kann. Ich nehme mir auch regelmässig Zeit für mich selbst.
Ich bin grundsätzlich kein Fan von Wohltätigkeitsveranstaltungen. Viel wichtiger erscheint es mir, das Mit- und Füreinander als Lebenshaltung zu bewahren. Ich liebe die Menschen mit all ihrer Vielfältigkeit und bin bestrebt, dort zu helfen, wo meiner Meinung nach Hilfe angezeigt ist. Ich beschränke dies nicht auf einen Tag. In der heutigen Zeit ist aber wahrscheinlich jeder Moment wertvoll, in dem wir uns wieder bewusst erinnern, dass wir sorgsam miteinander umgehen und füreinander da sein sollten.

Petra, ich bedanke mich ganz herzlich für das Gespräch und hoffe für uns, dass sich dein Wunsch erfüllen wird.

Beruf: Fachfrau Human Resources

Stationen: Geboren am 19.07.1972 in Richterswil. Nach dem Schulabschluss im Jahr 1988 absolvierte ich eine kaufmännische Lehre bei der Firma Feller AG. Nach verschiedenen beruflichen Stationen Weiterbildung zur Personalfachfrau 2008; seit 2014 bei der Kirchgemeinde Horgen, anfänglich im Sekretariat, danach als Kirchgemeindeverwalterin. Aktuell Weiterbildung im kirchlichen Kontext an der Fachhochschule Nordwestschweiz.

Privates: Verheiratet mit Heinz Gassmann, zwei Kinder, Sydney 16 und Anthony 14 ½ Jahre alt. Gerne wandere ich in unserer wunderschönen Schweizer Bergwelt, kühle mich bei einem «Schwumm» im Zürichsee ab oder geniesse beim Nordic Walking den Horgener Wald.